In Hannover findet in dieser Woche die Hannover Messe statt, eine der bedeutendsten internationalen Fachschauen in den Bereichen Maschinen-und Anlagenbau. Ein Sektor, der auch in Japan von hoher Wichtigkeit ist.

Über 55.500 Betriebe in Japan stellen Maschinen oder Maschinenteile her. Dort arbeiten insgesamt etwa drei Millionen Menschen. Weitere Arbeitsplätze in Betrieben, die Zuliefer- und Bearbeitungsleistungen erbringen, kommen hinzu.

2016 haben Japans Maschinen- und Anlagenbauer Produkte im Wert von 70,6 Billionen Yen (entspricht etwa 534 Mrd. Euro) hergestellt, was einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 1% entspricht. Vorläufige Zahlen für das Jahr 2017 deuten wieder auf Zuwachs hin. Sowohl im Inlands- als auch im Auslandsgeschäft ist die Lage bei den Auftragseingängen gut.

Die größten Marktsegmente sind der Fahrzeugbau sowie der allgemeine Maschinenbau (z.B. Werkzeugmaschinen).

60% der Produktion werden ins Ausland exportiert. Drei Viertel davon sind Fahrzeuge und elektrische oder elektronische Geräte.

China ist dabei wichtiger Handelspartner und Wettbewerber zugleich. Auch japanische Hersteller produzieren an kostengünstigeren chinesischen Standorten. Deutsche Hersteller finden sich in der Einfuhrstatistik besonders in den Segmenten Nahrungs- und Verpackungsmaschinen sowie bei den Werkzeugmaschinen. Japan hat an den deutschen Maschinenimporten einen Anteil von 5%.

Ein großes Thema ist auch in Japan die zunehmende Vernetzung und Automatisierung. Industrie 4.0 ist ein Konzept, das (dort unter dem Namen „Connected Industries“) genau verfolgt wird. Es gibt aktive Kooperationen auf politischer und auf Unternehmensebene zwischen Deutschland und Japan, um hier gemeinsam Innovationen voranzutreiben.

Marktsegmente mit hohem Wachstumspotential in Japan sind Infrastruktur (Olympische Spiele in Tokyo 2020, Katastrophenschutz), Energie- und Umwelttechnik sowie Roboter (ein Kernbereich der aktuellen japanischen Industriepolitik).

Der demografische Wandel mit dem daraus resultierenden Fachkräftemangel ist sicherlich ein Treiber für die Automatisierung. Trotz allem technologischen Fortschrittes dürfte die sinkende Zahl an Fachkräften wie gut qualifizierten Facharbeitern oder Ingenieuren der Branche Kopfzerbrechen bereiten.

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