Einer der aufwändigsten Punkte in der Vorbereitung meiner Reisen nach Japan ist die Suche nach und die Beschaffung von Mitbringseln (o-miyage お土産) für meine Geschäftskontakte bzw. Freunde und Bekannten dort.

Der Austausch von Geschenken ist ein fixer Bestandteil sowohl im geschäftlichen als auch im privaten Leben. Durch kleine oder größere Präsente soll die gegenseitige Beziehung gefestigt, die gegenseitige Wertschätzung unterstrichen werden.

Was wird verschenkt? In Japan vor allem Lebensmittel und praktische Kleinigkeiten wie Handtücher oder Schlüsselanhänger. Als ich voriges Jahr einige Tage bei Bekannten in Tokyo verbrachte, die in vielen Ehrenämtern engagiert sind, erhielten diese einen Hunderterpack Eier; die folgenden Tage hat es dann viele Eierspeisen gegeben.

O-Miyage お土産 bedeutet wörtlich „Erzeugnis aus der Region“, und deutet darauf hin, dass es sich hierbei ursprünglich um ein Mitbringsel von Reisen in andere Gegenden Japans handelte. Die an europäischen Touristenzielen beobachtete „japanische Kaufwut“ hat ihren Grund darin, dass man auch die Lieben daheim durch ein nettes Souvenir an der Reise teilhaben lässt. Bekannte von mir haben bei einem Deutschlandbesuch den örtlichen Lederwarenfachhandel vor eine große Herausforderung gestellt: Sie betreiben in Japan einen Großhandel für Elektroinstallation und wollten ihren zwanzig Angestellten deutsche Lederportemonnaies von der Reise mitbringen. Nun sollten diese gleichartig sein, damit sich keiner der Beschenkten zurückgesetzt fühlt. Mit Anrufen und Botenfahrten zum Lager und zu einer Filiale konnte der Wunsch unserer Gäste erfüllt werden.

Was nehme ich als Mitbringsel mit, wenn ich aus Deutschland nach Japan fliege? Praktische Tipps für den Japan-Besuch gebe ich im nächsten Artikel.

Beispiele für kleine Geschenke, die ich von japanischen Geschäftspartnern und Bekannten erhalten habe: Kugelschreiber, Mini-Geschenkbox mit Japanpaper für Origami (Papierfalten), Handy-/Schlüsselanhänger, Fächer