Tagungsbericht „Prävention in der alternden Gesellschaft“ (1): Japan und Deutschland haben viel gemeinsam

Zum Thema Demografischer Wandel hat das Japanisch-Deutsche-Zentrum Berlin gemeinsam mit den Gesundheitsministerien der beiden Länder am 4. und 5. Mai ein Symposium veranstaltet. Mit beiden Fachministern Herrmann Gröhe und Yasuhisa Shiozaki waren hochrangige Vertreter aus beiden Staaten zugegen.

Enge Kooperation auf Ministerienebene

Beide Ministerien arbeiten schon seit mehreren Jahren intensiv zusammen. Es gibt regelmäßige bilaterale Treffen; zur Zeit hospitiert eine Beamtin aus Japan im Bundesgesundheitsministerium. Auf den ersten Blick wirkt dies eigenartig, liegt Japan doch weit weg von Europa. Es gibt aber viele Gemeinsamkeiten in der Bevölkerungsentwicklung und auch in den Gesundheits- und Sozialversicherungssystemen.

Nach den Eröffnungsvorträgen der beiden Minister beschäftigten sich einzelne Sessions mit allgemeiner Gesundheitsprävention, der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz, der Vorbeugung der Demenzerkrankung sowie der Prävention im Alter.

Die Beiträge beleuchteten die Situation in beiden Ländern zunächst aus der Perspektive der Ministerien und ihnen nachgeordneter Institutionen, des weiteren sprachen Mediziner und Pflegewissenschaftler. Dadurch, dass Vertreter von Sozialversicherungsträgern, aus Pflegeberufen und von Initiativen Betroffener und pflegender Angehöriger an der Tagung teilnahmen und rege zur Diskussion beigetragen haben, kam auch deren Blickwinkel zum Tragen.

Erstaunlich viele Gemeinsamkeiten

Bei einem Ländervergleich drängt sich die Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden auf. Japan und Deutschland haben viel gemeinsam:

  • Für beide ist der demografische Wandel eine drängende Aufgabe und steht dementsprechend weit oben auf der politischen Agenda.
  • Bei Einführung der japanischen Pflegeversicherung hat das deutsche Modell Pate gestanden. Auch sind die Strukturen der Renten- und Krankenversicherung ähnlich wie in Deutschland.
  • In Zukunft soll in beiden Länder die Gesundheitsprävention gestärkt werden: Hierzulande wird gerade ein eigenes Präventionsgesetz auf den Weg gebracht; in Japan ist der „Health Japan 21“-Plan ausgerufen worden. Hiermit sollen die Aktivitäten der einzelnen Akteure (zentrale und lokale Verwaltung, Versicherungsträger, Ärzte und Krankenhäuser, Fachverbände) in Hinblick auf der Vermeidung lebensstilbedingter Krankheiten besser koordiniert werden.

In welchen Bereichen Japan etwas weiter ist als Deutschland und welche Herausforderungen noch zu meistern sind erfahren Sie morgen im zweiten Teil des Tagungsberichtes.

 

Der Blick auf Japan lohnt sich, um mehr über Möglichkeiten des Umgangs mit der alternden Gesellschaft zu erfahren. Auf meiner Webseite werde ich Sie auch weiterhin mit Informationen zu diesem Thema versorgen.

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